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Flösselaal - Erpetoichthys calabaricus
 
Flösselaal
Artikelnr.: TSUES_381
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  • Liefergröße ca.: 20-30 cm
    Herkunft: Nigeria
    PH: 6-7,5
    GH: 5-19 °dGH
    Endgröße: bis zu 50 cm im Aquarium
    Aquarium: ab 160 l
    Temperatur: 22 - 25 °C
    Futter: Lebend-& Frostfutter wie Garnelen, Würmer, Fischfetzen etc.,
    Haltung: Gruppe

  • Systematische Zuordnung:
    Der Flösselaal (Erpetoichthys calabaricus) gehört zur Familie der Flösselhechte (Polypteridae) und stellt die einzige Art innerhalb seiner Gattung dar. Er wurde im Jahr 1864 von dem schottischen Missionar Robb bei Creektown im Alt-Calabar-Fluss in Nigeria entdeckt. Ein Jahr später beschrieb ihn J.A. Smith als Calamoichthys calabaricus. Dieser Gattungsname blieb ihm jahrzehntelang erhalten. Die monotypische Art unterscheidet sich von den anderen 13 Arten der Flösselhechte durch den wesentlich schlankeren, röhrenförmigen Körper sowie dadurch, dass sie lediglich 10-12 Flössel und keine Bauchflossen aufweist.


  • Lebende Fossilien:

    Flösselaale – wie alle Vertreter der Gruppe der Flösselhechte – stellen sehr urtümliche Fische dar, die so widerstandsfähig und anpassungsfähig sind, dass sie ihre Gestalt durch viele Millionen Jahre der Erdgeschichte nahezu unverändert bewahrt haben. Zahlreiche altertümliche Merkmale weisen darauf hin, dass es ich bei ihnen um eine Art „lebende Fossilien“ handelt, deren Anfänge bis in die Kreidezeit zurück reichen. Sie weisen zahlreiche Eigentümlichkeiten auf, die auch bei den längst ausgestorbenen fischartigen Fleischflossern des Devon vorhanden waren, obwohl sie mit diesen nicht direkt verwandt sind. Aus diesen fischartigen Fleischflossern gingen die vierbeinigen Wirbeltiere und damit letztlich alle heutigen Landwirbeltiere, einschließlich des Menschen, hervor. Auch wenn es sich möglicherweise nur um eine Konvergenzerscheinung handelt, kann man gut nachvollziehen, wie sich aus solchen kiemen- und lungenatmenden, auf Brustflossen kriechenden (Flösselhechte der Gattung Polypterus) und zeitweise über Land wandernden urtümlichen Fischen die Landwirbeltiere entwickelt haben könnten.

  • Wichtigste Kennzeichen:

    Der Flösselaal ist langestreckt wie ein Rohr und erreicht in freier Natur eine maximale Länge von bis zu 90 cm. Im Aquarium bleibt er bedeutend kleiner, meist nicht über 40-50 cm. Rechts und links hinter dem Kopf besitzt er je eine fächerförmige Flosse, die basal einen schwarzen Fleck aufweist. Diese Flossen sind sein Hauptfortbewegungsorgan. Die Schwanzflosse ist von einem Flossensaum umgeben und dient als Ruder und Stützorgan. Die dunkelviolette Afterflosse weist bei Männchen 12-14 Strahlen auf und ist zur Laichzeit verdickt. Dagegen besitzt die hellockerfarbene Afterflosse der Weibchen nur neun Strahlen. Wie bei allen Vertretern der Flösselhechte ist sein Körper mit harten rhombenförmigen sog. Ganoidschuppen bedeckt. Wie Schneckenhörner ragen zwei Barteln auf der Oberlippe hervor.

  • Natürliche Vorkommen, Lebensraum, Lebensweise:

    Beheimatet ist der Flösselaal im tropischen Westafrika. Dort ist er ein Sumpfbewohner des Küstentieflandes, dessen natürliches Verbreitungsgebiet von Benin bis nach Kamerun, von Dahomey bis zur Kongomündung reicht. Gefangen wurde er bisher in der Republik Kongo, in Angola, Nigeria, Kamerun, Äquatorial-Guinea und Benin. Besonders häufig trifft man ihn in sumpfigen und verkrauteten, stehenden oder langsam fließenden Gewässern im Niger-Delta an, bevorzugt in den üppig bewachsenen Flachwasserzonen der Uferbereiche und, bei Hochwasser, in den Überschwemmungszonen. Sein Lebensraum sind meistens Süßwasserseen oder -flüsse. Er geht aber auch ins Brackwasser, wobei er sich besonders gerne zwischen dem verschlungenen Wurzelwerk der Mimbopalmen verbirgt.
    Der Flösselaal ernährt sich räuberisch von kleineren Tieren, vor allem Insekten, Würmern, Krebstieren, kleinen Fischen und Amphibien. Da sein Sehvermögen sehr schlecht entwickelt und er hauptsächlich nacht- und dämmerungsaktiv ist, findet er seine Nahrung mit dem fein entwickelten Geruchssinn. Als Makrosmatiker verfügt er über ein sehr ausgedehntes und kompliziertes Riechepithel, dessen Leistungsfähigkeit ansonsten nur mit dem der Aale und Quastenflosser vergleichbar ist. Tagsüber pflegen diese Fische auf dem Gewässergrund zu ruhen. In der Dämmerung und Nacht werden sie dann aktiv und gehen auf Nahrungssuche.
    Flösselaale bewegen sich langsam-gleitend oder mittels kräftiger seitlicher Schläge von Rumpf und Schwanz fort. Sie schwimmen am liebsten über eine feste Unterlage oder kriechen über den Boden hin wie eine Blindschleiche. Sie trachten stets danach, mit irgendeinem Teil ihres Körpers etwas Festes zu berühren. Im freien Wasser bewegen sie sich hingegen nur äußerst ungern.
    Die Leistungsfähigkeit der Kiemen der Flösselaale reicht nicht aus, um deren Versorgung mit Sauerstoff sicher zu stellen. Daher sind diese Fische ergänzend auf atmosphärische Atemluft angewiesen. Verwehrt man ihnen den Zugang hierzu, so gehen sie nach kurzer Zeit zugrunde; sie „ertrinken“ regelrecht. Sie sind also gezwungen, ab und zu zur Wasseroberfläche empor zu schwimmen, um dort Luft zu schöpfen. Diese nehmen sie über das Maul und auch über das Spritzloch auf. Sie besitzen sehr einfach gebaute, primitive, paarige Lungen, die embryologisch aus einer Ausstülpung des Vorderdarms hervorgehen und zeitlebens über den sog. Ductus pneumaticus mit dem Verdauungstrakt verbunden bleiben. Daher atmen sie nicht über die Luftröhre, sondern über die Speiseröhre ein und aus. Diese primitiven Lungen dienen gleichzeitig auch als Schwimmblasen. Flösselaale sind imstande, auch in Gewässern mit geringem Sauerstoffgehalt zu überleben bzw. das Austrocknen ihres Wohngewässers, im Schlamm eingegraben, eine Zeitlang zu überdauern. Ebenso vermögen sie, kurze Strecken über Land kriechend, zu überwinden, um z.B. zu einer anderen Wasserstelle zu gelangen. Die Tiere sind sehr anspruchslos, was Wassergüte, Verschmutzung, Sauerstoffmangel und Temperaturschwankungen ihrer Heimatgewässer anbetrifft.
    Der Flösselaal gilt laut IUCN als gering gefährdete Art, da sein küstennaher Lebensraum durch den Anbau von Ölpalmen zunehmend zerstört wird.

  • Haltung:

    Seit der Flösselaal im Jahr 1906 erstmals von der Nigermündung nach Deutschland gebracht wurde, wurde er nicht selten in Aquarien gehalten.
    Flösselaale sind gesellige Fische für dicht bepflanzte und versteckreiche Becken ohne Strömung. Ein Aquarium für Flösselaale sollte mindestens 100-120 cm lang sein und 200 Liter umfassen. Die Wassertemperatur liegt optimaler Weise bei 24-28 (23-30) Grad, der pH-Wert bei 6,0 -7,7, die Härte um 5-20 dH , am besten um 8-10 dH. Da Flösselaale ungeheuer neugierig sind, sind sie exzellente Ausbruchskünstler. Man muss deshalb Sorge tragen, dass alle, auch die kleinsten, Öffnungen (Zu- und Abläufe) mit grober Filterwatte o.ä. gesichert sind. Eine sehr gute Haltungsalternative für diese Fische stellt auch ein großes, entsprechend strukturiertes Paludarium dar.
    Der Flösselaal ist ein äußerst geselliger und weitgehend friedlicher Fisch. Deshalb darf er nicht alleine gehalten werden. Eine Gruppe von mindestens drei Flösselaalen, besser jedoch einige mehr, sollte es schon sein. Flösselaale bewohnen den unteren Teil des Beckens. Da diese Fische gerne engen Körperkontakt pflegen und sich mit Vorliebe, dicht aneinander gequetscht, in Höhlen oder Röhren aufhalten bzw. im Boden vergraben, sollte man ihnen weiche Sandböden oder nicht scharfkantige Kiesböden bieten, die mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten aus Steinaufbauten und Wurzeln o.ä. ausgestattet sind. Eine möglichst dichte Bepflanzung wäre ebenfalls wünschenswert, da Flösselaale eine Abneigung dagegen haben, durchs freie Wasser zu schwimmen. Vorteilhaft ist es, wenn die Pflanzen bis zur Wasseroberfläche reichen, da diese Fische öfters mal zum Atmen an die Oberfläche aufsteigen. Bisweilen sind sie sehr schwimmfreudig, insbesondere nach Wasserwechsel und beim Füttern.
    Flösselaale sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, tauchen jedoch bei ruhiger und leicht abgedunkelte Platzierung des Beckens auch tagsüber öfters aus ihren Verstecken auf, so dass man sie auch dann gut beobachten kann. Sie können dem Menschen gegenüber sehr zahm werden. Zudem sind sie sehr langlebig und können ein Alter von bis zu 30 Jahre erreichen.
    Für Gesellschaftsbecken eignen sich Flösselaale nur bedingt, da sie Räuber sind und alle Fische, die in ihr Maul passen, als Nahrung betrachten. Mit Beifischen ab fünf Zentimetern Größe aufwärts vertragen sie sich jedoch in der Regel gut. Zu empfehlen sind z.B. Salmler, Barben, kleine Barsche, Panzerwelse, Skalare, Rote Neons, Synodontis-Arten, größere Cichliden, einige Tilapia-Arten und andere größere friedliebende Fische. Bei sehr flinken und gefrässigen, konkurrenzüberlegenen Beifischen muss man darauf achten, dass die Flösselaale beim Füttern nicht zu kurz kommen.
    Manche Flösselaale fressen ausschließlich kräftiges Lebendfutter wie z.B. Fische, Muscheln, Krebse und Insektenlarven, auch Tubifex.. Andere nehmen auch frisches oder gefrostetes, in Streifen geschnittenes Fisch-, Rind- und Pferdefleisch. Bisweilen wird auch hochwertiges, auf den Boden gesunkenes Granulatfutter angenommen.Zwei bis drei Portionen Futter pro Woche sind ausreichend. Da sie ihr Futter am Boden suchen, sollte man nur Lebend- oder Frostfutter verfüttern, welches zuverlässig absinkt. Flösselaale sind keine flinken Jäger, sondern eher Lauerräuber, die geduldig auf Beute warten und dann rasch zuschlagen oder auch versuchen, diese in die Enge zu treiben.

  • Fortpflanzung und Zucht:

    Die Zucht von Flösselaalen ist in Gefangenschaft bisher nur ausnahmsweise gelungen. Doch konnte ihr Fortpflanzungsverhalten in Freilandbeobachtungen und wenigen Gefangenschaftsbeobachungen erforscht werden. Ihre Fortpflanzungszeit fällt in ihrer tropischen Heimat in die Regenzeit. Während der Laichzeit schwimmen Rogner und Milchner dicht aneinander geschmiegt oder jagen sich gegenseitig. Der Milchner stupst den ruhenden Rogner und streift ihn mit seiner dick angeschwollenen violetten Afterflosse. Es wurden auch schon Luftsprünge beobachtet.
    Der Laich ist relativ groß. In Gefangenschaft wurden bis zu 50 Eier gelegt. Die einzelnen Eier haben circa 2,5 mm Durchmesser, sind dotterreich und von einer klebrigen, mit Haftzotten besetzten Vitellinmembran umgeben. Die schlüpfenden Dottersacklarven sind wenig entwickelt. Mittels eines klebrigen Sekrets heften sie sich an Wasserpflanzen fest, sind jedoch, aufgescheucht, imstande zu fliehen. Die schon weiter entwickelten Larven, die bereits zur aktiven Nahrungsaufnahme fähig sind, besitzen federartige äußere Kiemenbüschel, die aus dem Kiemendeckel hervorragen. Damit ähneln sie ziemlich stark den Larven von Schwanzlurchen und Lungenfischen. Juvenile Flösselaale führen ein verstecktes Leben in der Vegetation am Bodengrund. Die äußeren Kiemen bleiben auch bei ihnen noch über lange Zeit erhalten.

  • Fazit:

    Der Flösselaal ist ein nicht schwierig zu haltender Fisch, sofern man die Haltungsanforderungen beachtet. Er kann bei guter Pflege lange ausdauern, wird regelrecht handzahm und weist interessante Besonderheiten und Verhaltensweisen auf. Als „Urviech“ mit jahrmillionenalter Vergangenheit und mit grandiosen Überlebensstrategien ausgestattet, sollte man sich bewusst sein, dass man sich mit einer Gruppe Flösselaale ein Stück „Urzeit“ ins Haus holt und es diesem altehrwürdigen Vertreter im Reiche der Fische mit bester Pflege danken.
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